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Nana: Kapitel 5

ACHTUNG, der folgende Text könnte Spoiler enthalten!

Ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass Zola ein olfaktorischer Mensch ist *g* Er beschreibt zwar auch jede visuelle Kleinigkeit, aber seine Beschreibungen von den Geruchseindrücken sind der Hammer *staun* Gerade in diesem Kapitel im Theater hat es mir richtig in der Nase gejuckt vom Puder und sie hat sich gekräuselt bei diesem Gemisch aus süßem Parfüm, Mottenkugeln und Schweiß. Mir gefällt es auch richtig gut mittlerweile!! :-)

Nana: Kapitel 4

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Fast die gleiche Gesellschaft (zumindest der männliche Teil) und fast die gleichen Gesprächsthemen, das Souper bei Nana ist angerichtet. Erstaunlich wie sehr sich die Gäste doch ähneln, egal aus welcher Gesellschaftsschicht der bunt zusammengewürfelte Haufen stammt.Mit zunehmender Stunde steigert sich im Vergleich zum Empfang im Grafenhaushalt jedoch nicht die Langeweile, sondern das schlechte Benehmen, über das Nana nicht gerade begeistert ist. Sie möchte als vornehm gelten und ärgert sich über ihre Gäste, zeigt selbst aber ebenfalls wenig Durchsetzungskraft, sondern lässt einfach alles geschehen. Wie bei einem Mosaik kommen immer mehr Steine dazu, die Figuren erhalten immer mehr Charakter, mehr Kontur, so dass sich dem Leser ein buntes Bild erschließt.

Nana: Kapitel 3

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Der wöchentliche Empfang der Gräfin, an dem schon einige bekannte Gesichter teilnehmen, stellt sich als ziemlich langweiliges Unterfangen heraus. Die Gesprächsthemen betreffen am Rande die Politik, doch hauptsächlich Klatsch aus der vornehmen Gesellschaft. Hier kommt es vor allem darauf an, wer mit wem und warum, dann wird es auch für die Gäste interessant. Die männlichen Gäste sind jedoch sowieso hauptsächlich damit beschäftigt, sich für das kommende Souper bei Nana zu verabreden *g*. Dennoch erfährt man in diesem Kapitel sehr viel über die einzelnen Figuren, Zola ist ein begnadeter Beobachter und Erzähler.

Nana: Personenverzeichnis

[wird nach und nach erweitert!]

Weibliche Figuren

Blanche de Sivry
Stand: behauptet Enkelin eines Generals zu sein, heißt eigentlich Jaqueline Baudu
Alter: 32
Aussehen: üppig, blond, hübsches, rundliches Gesicht
Eigenschaften: dumm, verlogen

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Nana: Kapitel 2

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Im zweiten Kapitel, das sich übrigens schon viel besser lesen lässt als das erste, erfährt man ein bisschen mehr über die geheimnisvolle Nana, z.B. dass sie ein Kind hat, das bei einer bezahlten Pflegerin weiter weg lebt und dass Nana von ihren Verehrern eine Wohnung bezahlt bekommt – oder zumindest unregelmäßig gesponsort wird. Dafür, dass sie nicht besonders viel eigenes Geld hat, lebt die Dame auf ganz schön großem Fuß – eine eigene Zofe (wie bezahlt sie die überhaupt??), eine große Wohnung, jeden Tag der Friseur…

Wie sie mit ihrem Besucheransturm umgeht, hat schon fast etwas Slapstick-artiges, scheinbar ist sie schon so berühmt (doch nicht etwa wegen ihrem Auftritt am vorherigen Abend?!?), dass sie sich das leisten kann *g*

Nana: Kapitel 1

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Als erstes fällt die ausschweifende Erzählweise auf, Zola fabuliert über jedes noch so kleine Detail und lässt so ein exaktes Bild vor dem Leser entstehen, dass nicht nur visuelle, sondern auch olfaktorische und akustische Eindrücke hinterlässt. Diese teilweise sehr ermüdend wirkende Erzählweise stört mich nicht unbedingt, mehr die vielen Namen und Begriffe, aber daran kann man sich gewöhnen.

Das Kapitel selbst ist schon ziemlich interessant finde ich – es strotzt nicht nur vor Details, sondern auch vor dem Lebensgefühl der beschriebenen Gesellschaft. Mir ist allerdings noch nicht ganz klar, inwieweit Zola hier wirklich “beschreibt” oder stark karikiert. Ich meine, sind das wirklich Mitglieder der höheren Gesellschaftsschicht? Oder nur solche, die sich gerne so sehen? Wie dem auch sei, letztendlich sind sie alle mit den gleichen Mitteln ruhig zu stellen *g* Ganz schön offenherzig oder? Da weiß ja jeder von jedem, wer mit wem etc. Bei der Stelle: “eine anständige Frau, die nur einen Liebhaber habe, sonst keinen weiter, und zwar stets einen respektablen Herrn”, musste ich richtig grinsen. Natürlich entbehrt das nicht einer gewissen Ironie, aber andererseits…. ich finde das durchaus logisch, eine Frau mit nur einem Liebhaber ehrbar zu nennen *g*.

Ab sofort im Lesetagebuch: Nana

Ab sofort gibt es hier im Blog wieder meine Leseeindrücke zu meinem aktuellen Buch, nämlich Nana von Emile Zola. Kommentare und Diskussionen sind ausdrücklich erwünscht!! :-)