ACHTUNG, der folgende Text könnte Spoiler enthalten!
Als erstes fällt die ausschweifende Erzählweise auf, Zola fabuliert über jedes noch so kleine Detail und lässt so ein exaktes Bild vor dem Leser entstehen, dass nicht nur visuelle, sondern auch olfaktorische und akustische Eindrücke hinterlässt. Diese teilweise sehr ermüdend wirkende Erzählweise stört mich nicht unbedingt, mehr die vielen Namen und Begriffe, aber daran kann man sich gewöhnen.
Das Kapitel selbst ist schon ziemlich interessant finde ich - es strotzt nicht nur vor Details, sondern auch vor dem Lebensgefühl der beschriebenen Gesellschaft. Mir ist allerdings noch nicht ganz klar, inwieweit Zola hier wirklich “beschreibt” oder stark karikiert. Ich meine, sind das wirklich Mitglieder der höheren Gesellschaftsschicht? Oder nur solche, die sich gerne so sehen? Wie dem auch sei, letztendlich sind sie alle mit den gleichen Mitteln ruhig zu stellen *g* Ganz schön offenherzig oder? Da weiß ja jeder von jedem, wer mit wem etc. Bei der Stelle: “eine anständige Frau, die nur einen Liebhaber habe, sonst keinen weiter, und zwar stets einen respektablen Herrn”, musste ich richtig grinsen. Natürlich entbehrt das nicht einer gewissen Ironie, aber andererseits…. ich finde das durchaus logisch, eine Frau mit nur einem Liebhaber ehrbar zu nennen *g*.