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Aktuell: Die Kaufmannstochter – Ines Thorn

kaufmannstochterTeil 1 der großen Deutschlandsaga:

Altjahresabend 1499 erblickte Bertram, Sohn des Ritters Wolf von Sauerthal, das Licht der Welt. Doch der Vater verstößt den Jungen, der auf der Schwelle zwischen den Jahrhunderten geboren wurde. Von nun an treibt ihn der Ehrgeiz, zu Ruhm, Macht und Ehre zu kommen und er gelangt als Handelsgehilfe bis in die große Stadt Frankfurt. Als er die Liebe der Kaufmannstochter Gutta erringt, ist sein Weg nach oben nicht mehr aufzuhalten. Die beiden bauen gemeinsam ein bedeutendes Handelshaus auf. Bertrams ärgster Konkurrent aber, Ludovik von Stetten, wünscht ihm nicht nur den Ruin, sondern droht auch, das Eheglück des jungen Paares zu zerstören….

An dieser Stelle einen lieben Gruß an die Büchereulen, bei denen ab heute die Leserunde mit Ines Thorn zu diesem Buch läuft!!

Rezension: Hexenkind (Sabine Thiesler)

HexenkindEin Pilzesammler entdeckt in einem einsam gelegenen alten Bauernhaus in der Toscana eine schlimm zugerichtete Leiche. Der deutschstämmigen Sarah, Frau des Trattoriabesitzers Romano, hat jemand die Kehle durchgeschnitten. Dieser Mord ist aber erst der Anfang für ein Verhängnis, das vor Jahren in Deutschland begann, sich nun über die ganze Familie auszubreiten beginnt und sich bis zu einem bitterbösen Ende steigert.

“Hexenkind” beginnt mit einer grauenvollen, blutigen Entdeckung, die ein Pilzesammler mitten im Wald macht. Der lebenslustigen Sarah wurde brutal die Kehle durchgeschnitten und keiner in dem kleinen Dorf in der Toscana kann sich vorstellen, wer zu solch einer Tat fähig sein soll. Und dabei waren Sarah und ihr Mann Romano, die beide gemeinsam die kleine Trattoria führten, doch bei allen so beliebt….
… Wirklich? …
Die Ereignisse, die zu dem blutigen Verbrechen führten, nahmen bereits 18 Jahre vorher ihren Lauf und der Leser erfährt aus den Rückblicken, die immer näher an den Tag des Verbrechens heranreichen, wie sich die tödliche Schlinge immer enger zuzieht, auch wenn die Charaktere selbst hiervon keine Ahnung haben. Sabine Thiesler schafft mit diesem Kniff und der klaren Sprache einen Lesesog, dem man sich kaum entziehen kann, man verschlingt Seite um Seite, um noch mehr Mosaiksteine zu erfahren und schließlich das tragische Gesamtbild zu erkennen. Der Eindruck, dass nicht zuletzt alle Figuren selbst mit ihrer Persönlichkeit und ihrem Verhalten zu den Ereignissen führen, die fast als zwangsläufige Folge erscheinen, verstärkt die Spannung und das Lesevergnügen. Und wenn die letzte Seite atemlos zugeschlagen wird, breitet sich das schaurige Gefühl, das den Leser durch die scheinbar so harmlosen Geschehnisse begleitet hat, noch einmal mit voller Wucht aus und zurück bleiben der Schrecken, die Spannung, die Trauer um vergeudete Leben, ein dumpfes Gefühl in der Magengegend und die Gewissheit, ein echtes Lesevergnügen erlebt zu haben!

Aktuell: Die Grasharfe – Truman Capote

Die Grasharfe.Eine Parabel von der Suche nach Liebe und der menschlichen Freiheit, eine Geschichte, die der Herbstwind erzählt, der auf der Harfe des dürren Präriegrases spielt, irgendwo im Süden der Vereinigten Staaten.

Ein Stück vollkommener Poesie, ein ergreifender Gesang von Schönheit und Trauer – eine perfekte Erzählung.
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Meine Rezension folgt in Kürze.

Rezension: Die Spur des Korsen (Olivier Descosse)

Die Spur des Korsen. Marseille-Krimi Eine Bombe explodiert mitten im Finanzamt von Marseille. Die Antiterrorabteilung der Polizei tappt im Dunkeln. Die Zeit drängt, also wendet man sich an Leutnant Paul Cabrera. Denn er kennt das Milieu. Und er hat ein persönliches Anliegen, den Fall zu lösen: Eines der Opfer war sein Onkel. Die Spur führt über Bastia, London und Pakistan nach Palermo, wo Paul zusammen mit seiner Cousine Angela schließlich eine fürchterliche Wahrheit erfährt…

Auch ohne die beiden Vorgängerbände um den eigenwilligen Leutnant Paul Cabrera zu kennen, taucht man dank des anspruchsvollen und anziehenden Schreibstils Descosses schnell in die Atmosphäre der Marseiller Vorstädte ein. Im aktuellen Fall wird Cabrera in die Aufklärung eines Bombenattentats auf das Marseiller Finanzamt einbezogen, was eigentlich außerhalb seines Aufgabenbereiches liegt. Und außer ihm sind noch andere an der Aufklärung dieses mysteriösen Attentats, bei dem keine Personen zu Schaden kamen, interessiert, die sich ebenfalls auf die Suche nach den Hintermännern machen. In den ersten beiden Dritteln begleitet der Leser so nicht nur Cabrera auf seinen Streifzügen durch Marseille, sondern abwechselnd auch den Ermittlungsrichter, der andere Spuren verfolgt. Mit Cabreras Cousine taucht noch eine dritte Person auf, die ebenfalls ein Interesse an der Aufklärung des Falles hat und die ebenfalls auf eigene Faust ermittelt. Wer steckt wirklich hinter dem Anschlag und welche Motive gab es hierfür?
Leider fällt das erzählerische Niveau im letzten Drittel deutlich ab, hier werden plötzlich Action-Klischees bedient, die so gar nicht in die bisherigen Ereignisse passen wollen und auch die zwischenmenschlichen Beziehungen hätten feiner ausgearbeitet werden können. Die Auflösung, die sich abzuzeichnen beginnt, ist nicht nur erfrischend anders, sondern auch in sich schlüssig, auch wenn sie relativ kompliziert daherkommt. Allerdings lässt Descosse bedauerlicherweise diese Auflösung fallen und macht einen Schlenker, der nicht nur überflüssig, sondern ebenfalls so klischeebeladen ist, dass man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, der Autor hätte hier noch auf die Schnelle vorgeschriebene Themen einarbeiten müssen, was den relativ guten Gesamteindruck des Buches deutlich schmälert.

1 neue Rezension

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Die Teufelsbibel – Richard Dübell
Die lebendige und vielschichtige Zeichnung der Figuren ist nur einer der großen Pluspunkte des Romans, der durch seinen anspruchsvollen Stil und seinen stetig wachsenden Spannungsbogen und viele interessante Details überzeugt. Die Interaktion zwischen den historischen und fiktiven Figuren verläuft reibungslos und spannungsgeladen und sorgt für ein Lesevergnügen, bei dem gelacht, an den Fingernägeln gekaut, mitgefühlt und sich gegruselt werden darf – ein rundum gelungener historischer Roman!
Note: 1

Rezension: Das Kairo-Labyrinth (Maxime Chattam)

Das Kairo-Labyrinth. Als die Pathologin Marion einen politischen Skandal aufgedeckt, ist sie in Paris nicht mehr sicher. Inkognito flieht sie in das Kloster von Mont St. Michel. Dort durchstöbert Marion die Bibliothek und macht einen erstaunlichen Fund: das Tagebuch eines englischen Kommissars, der im Kairo der 1920er Jahre eine Serie von Kindsmorden aufklären sollte. Fasziniert taucht Marion in die fremdländische Atmosphäre Kairos ein und verfolgt die Ermittlungen des Kommissars mit atemloser Spannung. Aber das Manuskript enthält brisante Informationen.

Als die Sekretärin der Rechtsmedizin Marion wegen eines politischen Skandals untertauchen muss und in einer Nacht- und Nebelaktion vom französischen Geheimdienst nach Mont St. Michel gebracht wird, fürchtet sie gähnende Langeweile und sehnt sich nach ihrem alten Leben zurück. Doch der zufällige Fund eines alten Tagebuchs entführen sie – und den Leser – in eine längst vergangene Zeit, nach Kairo in das Jahr 1928, als der Autor des Tagebuchs, ein englischer Inspektor sich auf die Suche nach einem mehrfachen Kindermörder macht. Über den gesamten Roman hinweg wechseln sich die beiden Erzählebenen (Gegenwart in Mont St. Michel und Kairo 1928) konsequent ab und erlauben so ein stetiges Mitfiebern von Beginn an. Chattam gelingt es ganz ausgezeichnet, die jeweilige Atmosphäre so realistisch heraufzubeschwören, dass man sich ohne langes Zögern sofort am jeweiligen Handlungsort zu befinden glaubt – allein schon deshalb hat mir das Lesen großes Vergnügen bereitet! Die Handlung selbst ist in dem Erzählstrang Kairo durchgehend spannend (hier kommen auch Freunde alter Mythen und Legenden auf ihre Kosten!) und stellenweise nichts für Menschen mit sensiblem Gemüt oder empfindlichem Magen, die Geschehnisse in Mont St. Michel sind dagegen eher gemächlich und nach meinem Empfinden nicht mit der gleichen Liebe zum (logischen) Detail ausgearbeitet. Hier bleiben am Schluss manche Fragen offen – von denen mir einige sehr gut gefallen haben, andere wiederum eher Unverständnis hervorriefen. Dennoch:
Alles in allem ein spannender Schmöker, dessen Autor ich mir garantiert merken werde!