Ein Pilzesammler entdeckt in einem einsam gelegenen alten Bauernhaus in der Toscana eine schlimm zugerichtete Leiche. Der deutschstämmigen Sarah, Frau des Trattoriabesitzers Romano, hat jemand die Kehle durchgeschnitten. Dieser Mord ist aber erst der Anfang für ein Verhängnis, das vor Jahren in Deutschland begann, sich nun über die ganze Familie auszubreiten beginnt und sich bis zu einem bitterbösen Ende steigert.
“Hexenkind” beginnt mit einer grauenvollen, blutigen Entdeckung, die ein Pilzesammler mitten im Wald macht. Der lebenslustigen Sarah wurde brutal die Kehle durchgeschnitten und keiner in dem kleinen Dorf in der Toscana kann sich vorstellen, wer zu solch einer Tat fähig sein soll. Und dabei waren Sarah und ihr Mann Romano, die beide gemeinsam die kleine Trattoria führten, doch bei allen so beliebt….
… Wirklich? …
Die Ereignisse, die zu dem blutigen Verbrechen führten, nahmen bereits 18 Jahre vorher ihren Lauf und der Leser erfährt aus den Rückblicken, die immer näher an den Tag des Verbrechens heranreichen, wie sich die tödliche Schlinge immer enger zuzieht, auch wenn die Charaktere selbst hiervon keine Ahnung haben. Sabine Thiesler schafft mit diesem Kniff und der klaren Sprache einen Lesesog, dem man sich kaum entziehen kann, man verschlingt Seite um Seite, um noch mehr Mosaiksteine zu erfahren und schließlich das tragische Gesamtbild zu erkennen. Der Eindruck, dass nicht zuletzt alle Figuren selbst mit ihrer Persönlichkeit und ihrem Verhalten zu den Ereignissen führen, die fast als zwangsläufige Folge erscheinen, verstärkt die Spannung und das Lesevergnügen. Und wenn die letzte Seite atemlos zugeschlagen wird, breitet sich das schaurige Gefühl, das den Leser durch die scheinbar so harmlosen Geschehnisse begleitet hat, noch einmal mit voller Wucht aus und zurück bleiben der Schrecken, die Spannung, die Trauer um vergeudete Leben, ein dumpfes Gefühl in der Magengegend und die Gewissheit, ein echtes Lesevergnügen erlebt zu haben!