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Rezension: Gute Absicht (Angelika Stucke)

GuteAbsicht Ein grausamer Mord erschüttert die niedersächsische Kleinstadt Roßbach: die ambulant arbeitende Fußpflegerin Kornelia Lorenz findet ihre Patientin Melanie Rott tot in deren Haus auf. Offensichtlich wurde die alte Frau vor ihrem unfreiwilligen Ableben sadistisch gefoltert, die Dorfgemeinschaft ist in Aufruhr. Da Kornelia in ihrem Beruf viel herumkommt und zur Ermordeten ein freundschaftliches Verhältnis pflegte, beschließt sie, eigene Ermittlungen anzustellen. Damit bringt sie sich in höchste Gefahr, da der geisteskranke Mörder ihr bereits viel näher ist, als sie vermutet…

Angelika Stucke hat mit ihrem Romandebüt einen feinen Krimi vorgelegt, der sich nicht nur durch echten Lokalkolorit, sondern auch sehr lebendige Charaktere auszeichnet. Mit ihrer Protagonistin, der sympathischen Fußpflegerin Kornelia Lorenz, hat sie eine authentische Figur geschaffen, mit der man sich sofort identifizieren kann, die mitten im Leben steht und dort nicht nur die Freuden, sondern auch die Sorgen des Alltags mit hunderten anderer Frauen teilt. Ihre private Geschichte nimmt genau den richtigen Raum in der Geschichte ein und bildet den Hintergrund für die Krimihandlung, die aus zweierlei Perspektiven erzählt wird. Mit zusätzlichen Rückblicken und Erinnerungen wird die Auflösung relativ früh begonnen, aber dann Stück für Stück enthüllt, bis sich ein komplexes Bild des Täters und seines Motivs ergibt. Dabei werden jedoch nicht alle Fragen beantwortet, was mir an vielen Stellen (vor allem im Privatbereich der Figuren) sehr gut gefallen hat, an einigen wenigen anderen Stellen hätte ich mir noch die ein oder andere Information oder mehr Details gewünscht, die jedoch zur schlüssigen Auflösung oder zum Verständnis keineswegs nötig sind, sondern nur Ausdruck meiner Neugier sind. Einige Andeutungen lassen den Schluss (und die Hoffnung!) zu, dass dies vielleicht der Beginn einer neuen Krimiserie sein könnte, und bei einem neuen Fall von Kornelia Lorenz und einem Wiedersehen mit den liebenswürdigen und teils skurrilen Figuren wäre ich sofort wieder dabei!

5 neue Rezensionen

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Die Grasharfe – Truman Capote
Eine kleine, aber feine Geschichte, bei der man bedauert, dass sie viel zu früh endet und für die man sich Zeit nehmen sollte, um die Sprache und die Atmosphäre, die Capote heraufbeschwört, zu genießen und um die Grasharfe spielen zu hören.
Note: 2

Die Kaufmannstochter – Ines Thorn
Der gelungene Auftakt für eine große Deutschlandsaga, auf deren Fortsetzung, in der man mehr über das Schicksal der Familie Geisenheimer und ihrer Nachkommen erfahren wird, ich mich jetzt schon freue!
Note: 2

Mr. Summers und das Kaninchen – Walker Hamilton
Walker Hamilton gelingt es auf diese Art und Weise und ohne dem Leser direkte Inneneinsichten in die anderen Figuren zu gewähren, einen runden und komplexen Gesamteindruck der Charaktere zu vermitteln, die ihn zum Mitfiebern, Mitleiden und Mitfühlen bringen und zum Nachdenken darüber anregen, was wirklich zählt und wonach man einen Menschen beurteilen sollte.
Note: 2

Das Mysterium – Titus Müller
Ein anspruchsvolles Lesevergnügen mit glaubwürdigen Figuren und spannender Handlung!
Note: 2

Der Schimmelreiter – Theodor Storm
Ein lesenswertes Stück klassisches Stück deutscher Literatur, das allen Freunden der stürmischen Nordsee ein besonderes Lesevergnügen bereitet!
Note: 2