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Aktuell: touch the flame - Zoran Drvenkar

drvenkarLukas ist 15 und will seinen Vater endlich kennen lernen. Alles was er über ihn weiß, hat er von fremden Menschen, die ihn als “Spieler, Betrüger und Hobbygauner” charakterisieren, aber das schreckt den Jungen nicht ab. Schon mit dem Begrüßungssatz: “Du stehst mir in der Sonne” lässt der Vater jedoch keinen Zweifel aufkommen, dass in seinem Leben für diesen Sohn kein Platz ist. Die nun folgende Reise ist für Lukas eine “tour de force” in eine ihm gänzlich fremde Welt. Doch die drastischen Erfahrungen machen Lukas stark und beenden seine Kindheit endgültig. Er hat seinen Vater kennen gelernt und sich von ihm befreit.

Meine Rezension folgt in Kürze.

3 neue Rezensionen

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Die russischen Zaren 1547-1917 - Hans Joachim Torke (Hrsg.)
Dabei gelingt es den Autoren stets, ein deutliches Bild der Situation der entsprechenden Zeit zu zeichnen und die Lebensumstände der verschiedenen Klassen (Adel, Bauern) zu skizzieren. Auch die Balance zwischen vielen politischen Details und der allgemeinen Stimmung in der Bevölkerung ist sehr gut gelungen. Ein großer Pluspunkt der einzelnen Portraits ist, dass sie klar zwischen der älteren und jüngeren “landläufigen” Meinung über den Zaren und den wissenschaftlichen Erkenntnissen unterscheiden und dies nicht nur deutlich machen, sondern auch begründen. So erhält der Leser einen durchaus umfassenden Eindruck russischer Geschichte, der weit über die Lebens- und Wirkungsdaten der Zaren hinausgeht.
Note: 2

Im Land der weißen Wolke - Sarah Lark
So wird sowohl die Aufbruchsstimmung in dem kleinen Goldgräberstädtchen als auch die Öde und Einsamkeit auf der entlegenen Schaffarm sehr authentisch beschrieben, um nur zwei Beispiele für die gelungene Atmosphäre zu nennen. Die Haupthandlung an sich ist an der ein oder anderen Stelle etwas vorhersehbar, doch das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch, deshalb eine deutliche Lese-Empfehlung von mir für alle Familiensaga-Freunde und Neuseeland-Interessierte!
Note: 2

Tod im Hexenwinkel - John Dickson Carr
Carr gelingt es, eine düstere und altmodische Atmosphäre hervorzurufen, die bei jedem, der die guten alten englischen Landhauskrimis schätzt, ein wohliges Schauern hervorruft. In „Tod im Hexenwinkel“ löst der beleibte und bierliebende Gideon Fell also seinen ersten Fall und bei kritischer Betrachtungsweise gibt es doch einige Punkte in der Auflösung, die nicht ganz 100%ig schlüssig sind. Doch das tut dem Lesevergnügen keinen großen Abbruch, wer sich auf Carr und seinen Gideon Fell einlässt, der sollte vor allem die Stimmung genießen und es sich am besten in einem alten Lehnstuhl vor einem Kamin mit einem Wein (oder Bier!) gemütlich machen.
Note: 2

Aktuell: Denn alle tragen Schuld - Louise Penny

pennyDenn alle tragen Schuld von Louise Penny:

(1. Band der Inspector Armand Gamache-Reihe)

Die pensionierte Lehrerin Jane Neal stirbt durch den Pfeil einer Armbrust. Der gewaltsame Tod der liebenswerten Malerin in den Wäldern Kanadas schockiert das ganze Dorf. Sanft, aber umso hartnäckiger ermittelt Inspector Armand Gamache von der Polizei Quebec, denn er ahnt, dass hinter den idyllischen Spitzengardinen von Three Pines viel Neid und Habgier lauern. Was aber hat die alte Dame beobachtet, das jemand zu einem derart heimtückischen Mord trieb…

Rezension: Die Druidin - Birgit Jaeckel

druidinTalia kann Seelen sehen – eine besondere Gabe, die andere Druiden nur zu gerne nutzen würden. Im Haus des Stammesfürsten Caran sucht die junge Frau Zuflucht. Unerkannt – denn sie ist die Tochter, die er einst zu töten befahl … Für ihren Vater empfindet Talia tiefen Hass – und trotzdem nimmt sie eine Anstellung bei ihm an. Schnell findet sie sich in seinem geschäftigen Haushalt in Alte-Stadt zurecht und wird von allen geschätzt, auch von Caran. Doch obwohl Talia es bald genießt, zu seiner wohlhabenden Sippe zu gehören, ist der germanische Söldner Atharic der Einzige, für den sie mehr empfindet. Lange weiß nur er um ihre besonderen Fähigkeiten. Bis die junge Druidin begreift, dass ihr Vater in Lebensgefahr schwebt. Talia muss sich entscheiden: Will sie ihre Rache – oder nutzt sie ihre Gabe, um ihn zu retten?

„Die Druidin“ ist ein historischer Roman aus einer interessanten, wenn auch eher genre-untypischen Epoche, der Zeit der Völkerwanderung. Dort nimmt der Leser am Schicksal der jungen Talia teil, die bei einer Ziehmutter aufwächst, nachdem ihre Mutter gestorben ist und ihr Vater sie töten lassen wollte. Aufgrund ihrer Gabe, die Seelen der Menschen zu sehen, ist sie vielen Menschen und Druiden ein Dorn im Auge.

Die Geschichte besteht aus zwei Teilen, die inhaltlich acht Jahre auseinander liegen: Leider wirkt der erste Teil, der Talias Jugend beschreibt, fast zäh und verlangt dem Leser eine gute Portion Durchhaltevermögen ab. Zwar bemüht sich die Autorin durch detaillierte Beschreibungen eine intensive Atmosphäre zu schaffen, doch zumindest bei mir ist der Funke nicht übergesprungen. Einzig die Figuren bekommen Konturen und wecken die Neugier beim Leser. Im zweiten Teil dagegen, in dem wir Talia als junge Frau und Mutter begleiten, nehmen die Ereignisse und damit auch die Spannung des Buches an Fahrt auf – hier gibt es alles, was in einem guten historischen Roman, der die beschriebene Epoche zum Leben erwecken will, nicht fehlen darf: authentische Charaktere, Einblicke in das gesellschaftliche Leben der beschriebenen Zeit, politische Ereignisse, die das Schicksal der Figuren bestimmen, brisante Wendungen und persönliche Verbindungen. Der Mystery- oder Fantasy-Anteil in der Geschichte ist für meinen Geschmack genau richtig dosiert, diesbezügliche Bedenken haben sich als unbegründet erwiesen. Auch die Einblicke, die dem Leser in die doch recht unbekannte Welt der keltischen Stammesfürsten und ihren Wegen durch Europa, hier geboten werden, haben mir gut gefallen. Allerdings hätte ich mir an manchen Stellen noch mehr Beschreibungen oder Erklärungen gewünscht, während sie mir an anderen Stellen zu ausführlich waren.Schade, dass die Autorin erst relativ spät die Spannung steigert und so durchaus ihr Können und Wissen unter Beweis stellt, und dass zu oft der Funke nicht überspringen wollte, um völlig in der Geschichte abzutauchen, denn so bleibt der Gesamteindruck eines netten, aber nicht überragenden historischen Romans.

Neu im Bücherregal: Die Rache einer gedemütigten Frau

raynerDas dunkle Herz der Wüste von Richard Rayner:

Maurice Valentine ist ein ehrgeiziger Architekt, und Las Vegas ist sein El Dorado. Ein Hotel nach dem anderen zieht er in der Stadt des Glücksspiels und der leichten Liebe hoch, und dass sein Auftraggeber die Mafia ist, stört ihn nicht im geringsten. Man schreibt das Jahr 1956, und während draußen in der Wüste Atompilze aufsteigen und das Komitee für Unamerikanische Umtriebe in Hollywood nach Kommunisten sucht, winkt dem zynischen jungen Mann eine große Karriere. Man will ihn zum Senator machen. Da kreuzt eine kühle und zugleich leidenschaftliche Frau seinen Weg. Er hält sie für eine leichte Beute, aber erst als er mit einer Schussverletzung im Krankhaus liegt, wird ihm klar, dass er ein Spiel auf Leben und Tod spielt.

Rezension: Voodoo - Nick Stone

voodooEs ist ein Auftrag, den Privatdetektiv Max Mingus nicht ablehnen kann: Zehn Millionen Dollar bietet ihm der Milliardär Allain Carver, wenn Max dessen Sohn findet. Von dem kleinen Charlie fehlt seit über drei Jahren jede Spur, und er ist nicht das einzige Kind, das auf Haiti verschwunden ist. In dem Land des Voodoo und der schwarzen Magie kursieren zahllose Geschichten über die mythische Figur des Mr. Clarinet, der seit dem 18. Jahrhundert Kinder auf der Insel stehlen soll. Doch die Wahrheit ist weit schockierender als die Legende - und die Gefahr zu kennen, heißt nicht, dass man den Morgen erleben wird…

Obwohl auf dem Cover von Nick Stones Debütroman „Voodoo“ der Begriff „Thriller“ abgedruckt ist, trifft er nur bedingt zu, denn es handelt sich zwar durchaus um einen spannenden Roman mit Elementen, die man auch in einem typischen Thriller findet, doch der Schwerpunkt liegt eindeutig auf etwas anderem, nämlich dem Handlungsort Haiti. Die gebeutelte Insel, deren Bevölkerung einen tyrannischen Diktator nach dem anderen erdulden musste und zum größten Teil in unsäglicher Armut lebt, ist die wahre Hauptfigur des Romans. Doch nun zum menschlichen Protagonisten: Privatdetektiv Max Mingus, der gerade erst aus dem Gefängnis entlassen wurde, wo er sieben Jahre wegen Totschlags einsaß, wird von seinem Auftraggeber genau dorthin geschickt, doch was er hier erlebt und erfährt, hätte er sich in seinem schlimmsten Albträumen nicht ausgemalt. Auf der Suche nach dem seit drei Jahren verschwundenen kleinen Jungen Charlie Carver taucht er ein in die fremdartige Welt Haitis, die sich zwischen Aberglauben und Überlebenswillen zu halten versucht und in der sich die unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen sammeln. Zwischen dem Hungertod nahen Menschen begegnen wir UN-Truppen und US-Marines, nehmen an ekstatischen Voodoo-Zeremonien teil und erleben, wie Geld die Welt regiert und wie kaltblütig die Lebewesen sein können, die sich Menschen nennen. Max Mingus ist ein sympathischer Protagonist, gerade weil er nicht perfekt ist und das in Fragen, die moralisch durchaus diskussionswürdig sind, aber eben doch nachvollziehbar bleiben. Eine Figur mit Ecken und Kanten, die man gerne begleitet und über die man gerne noch mehr wissen möchte – es sei an dieser Stelle erwähnt, dass das Ende trotz abgeschlossenem Fall geradezu nach einer Fortsetzung schreit, was mich sehr freuen würde!

Der Fall selbst, die Suche nach dem Kind und das, was Mingus im Laufe seiner Ermittlungen herausfindet bis hin zur Auflösung, ist mäßig bis solide Krimikost, die zwar nicht sehr originell, aber durchaus akzeptabel ist. Für mich persönlich war das aber auch gar nicht mehr so wichtig, die Figuren, Landschaften und Lebensumstände, die Stone hier beschreibt, entschädigen für die recht dürftig eingesetzten Überraschungseffekte in der Handlung und bieten ihrerseits genug Spannung für die, die sich auf eine Reise in ein völlig unbekanntes Land mit all seinen Problemen und Abgründen einlassen. Wer einen beinharten Thriller erwartet, wird vermutlich nicht bis zum Ende durchhalten, wer aber wie ich auch den „Mehrwert“ schätzt, der wird auch von „Voodoo“ gefesselt sein. Aufgrund meines Lesevergnügens werde ich den Namen des Autors aufmerksam im Auge behalten und hoffen, dass Max Mingus schon bald wieder im Einsatz ist!