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Aktuell: Liebkind im Vogelnest - Peter Hacks

liebkind

Aus der Reihe SZ Junge Bibliothek - Band 37

Im Garten herrscht Unruhe, denn der Gartengott ist von seinem Sockel verschwunden und die böse Fee Grilla von Kerfistan will vom verwilderten Nachbargarten aus die Herrschaft übernehmen. Leberecht, der mit seinem Mädchen Liebkind im Garten lebt, muss den Kampf gegen sie aufnehmen.

Meine Rezension folgt in Kürze.

Rezension: Zwillingsspiel - Markus Stromiedel

zwillingsspielBerlin wird von einem Terroranschlag erschüttert: Eine Explosion auf dem S-Bahnhof Savignyplatz zerfetzt sieben Menschen, darunter die Tochter eines prominenten Regierungsberaters. Kommissar Paul Selig wird mit den Ermittlungen beauftragt - zu seinem großen Erstaunen, denn eigentlich ist er alles andere als ein Erfolgsmensch: melancholisch, zögerlich, introvertiert. Daran ist seine Zwillingsschwester Lisa nicht ganz unschuldig, die von Kindesbeinen an kaum eine Gelegenheit ausgelassen hat, ihren Bruder zum Verlierer zu stempeln. Bei seinen Ermittlungen stößt Selig auf zahlreiche Ungereimtheiten. Sollte er den Fall etwa bekommen haben, weil man ihm die Aufklärung nicht zutraut? Aber wer könnte ein Interesse daran haben, die Wahrheit unter Verschluss zu halten?

Markus Stromiedel hat mit seinem Debütroman einen bemerkenswerten und atemberaubenden Thriller vorgelegt, der den Leser von Beginn an fesselt. Er taucht ein in die obersten Etagen der Politik und verwebt die Vorgänge kurz vor der Bundestagswahl mit einer Serie terroristischer Anschläge in Berlin. Hauptfigur und mit den Ermittlungsaufgaben betreut ist Paul Selig, der stotternde und schüchterne Kommissar, dem sonst immer die kleinen und unwichtigen Fälle zugeschoben wurden und der seit der Kindheit neben seiner starken Zwillingsschwester Lisa immer den Kürzeren gezogen hat. Als die ersten Ungereimtheiten auftauchen, wacht Selig auf und beginnt zum ersten Mal in seinem Leben, sich über seine Umgebung hinwegzusetzen und das Heft selbst in die Hand zu nehmen, mit dem einen Ziel: die Attentäter zu finden. Neben der originellen und aufgrund ihrer Authentizität beklemmenden Ereignisse ist es vor allem Seligs Entwicklung, durch die der Krimi besticht. Er trägt die Handlung und die Emotionen des Lesers durch das ganze Buch hindurch. Auch wenn schon relativ schnell klar wird, in welche Richtung sich die Auflösung bewegt, lässt es sich Stromiedel nicht nehmen, den ein oder anderen Aspekt offen zu lassen und bis zum Finale einige falsche Spuren zu legen.

Ein gelungenes Debüt mit einer guten Kombination aus klassischen Thriller-Elementen und aktuellen politischen Bezügen, authentischen Figuren und Spannung von der ersten bis zur letzten Seite – bitte mehr davon!

2 neue Rezensionen

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Kleiner König Kalle Wirsch - Tilde Michels
Mit einem Augenzwinkern werden hier kindgerecht Überlegungen eingebaut, die das Nachdenken lohnen und trotzdem Spaß machen. Trotz aller Phantastik, vor der die Geschichte nur so sprüht, wirkt sie keineswegs unglaubwürdig, sondern sorgt für vergnügliche Lesestunden beim Vorlesen und Selberlesen.
Note: 2

Und verführe uns nicht zum Bösen - Claus C. Fischer
Mit viel Liebe zum Detail und seinen Figuren ist Claus C. Fischer seinem Stil treu geblieben und den Leser mitgenommen auf eine Reise in das multikulturelle Amsterdam, aber auch mitten hinein in die Hilflosigkeit, Ängste, Sorgen und Sehnsüchte eines Mannes, der seine über alles geliebte Frau verabschieden muss. Ein leises und doch kraftvolles Krimi-Highlight abseits des Mainstreams, das auch nach der letzten Seite noch lange nachhallt.
Note: 1

Rezension: Die Musik der Ferne - Daniel Mason

masonIsaias liebt die Musik mehr als die Arbeit auf den Zuckerrohrfeldern. Die Dürre, die wirtschaftliche Not und die Übergriffe von Verbrecherbanden bewegen ihn dazu, sein Glück in der fernen Hauptstadt zu suchen. Und so bricht er mit seiner Geige auf, ohne seine Familie vorher zu unterrichten. Anfangs lässt er seinen Eltern Geld zukommen. Als seine Nachrichten dann aber versiegen, macht sich die erst 14-jährige Isabel ganz allein auf die Suche nach ihrem verlorenen Bruder. Auf einer “Papageienstange”, so nennt man die übervollen klapperigen Busse, fährt sie in die Metropole, zu ihrer Cousine, bei der Isaias zuletzt gesehen worden ist, und taucht ein in das lärmende, gefährliche Leben dieser Stadt…

“Die Musik der Ferne” spielt in einem unbenannten südamerikanischen Land und erzählt die Geschichte der jungen Isabel, die mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf im Nirgendwo lebt und deren Überleben von Niederschlag und Dürre abhängt. Als sich ihr Bruder, zu dem sie eine innige Beziehung hat, aufmacht, um als Musiker in der großen Stadt sein Glück zu machen, erlebt sie Verzweiflung und Sehnsucht und begibt sich schließlich auf die Suche nach ihm. Mason erzählt auf eine ruhige und eindringliche Art, die Not der Menschen und ihr Alltag, der sich in kaum vorstellbarer Weise von dem von uns Europäern unterscheidet, wird durch die erzählerische Kraft lebendig und berührt das Herz seiner Leser, ohne aufdringlich zu sein. Hoffnungslosigkeit, Angst und Entbehrungen stehen tiefer Zuneigung, Bindung und Liebe gegenüber, die sich aufgrund der äußeren Umstände jedoch nicht wirklich entfalten können. Die Träume und Sehnsüchte der kleinen Leute und ihre realistische Einschätzung ihrer Situation ermöglichen einen kleinen, aber intensiven Einblick in eine Welt, der wir uns viel zu selten bewusst sind. Eine leise und zugleich eindringliche Geschichte, exemplarisch zu verstehen für viele Tausende Menschen, die ein ähnliches Schicksal teilen.

Rezension: Fitzmorton und der reisende Tote - Peter Hardcastle

fitzmortonDer Medienmagnat Lord Buford kreuzt mit seiner Yacht im Mittelmeer, da geschieht ein Mord. Weil sich auch ein Mitglied des Königshauses an Bord befindet, wird Chefinspektor Sir Phileas Fitzmorton zusammen mit seiner Freundin Lady Judith Crimpleby und seinem Assistenten Detective Sergeant John Miller per Hubschrauber an Bord gebracht. Dort treffen sie auf eine berühmt-berüchtigte Gästeschar – darunter eine koksende Prinzessin, hübsche Bodyguards, schweigsame Geheimdienstler und ein mausetoter Mafioso.

Peter Hardcastle ist mir erst vor kurzem durch seinen Erzählband “Brennen sollst du”, der zahlreiche Kurzkrimis verschiedenster Couleur enthält, positiv aufgefallen. Gleichzeitig erschien jetzt auch der dritte Fall seines britischen Chefinspektors Sir Phileas Fitzmorton, der sich dieses Mal mit einem reisenden Toten auf einer Yacht im Mittelmeer beschäftigen darf. Die illustre Gästeschar, die der eigenwillige und bei seinem Vorgesetzten nicht besonders beliebten Inspektors, hier antrifft, hat es in sich.

Was Hardcastle so stark in seinen Kurzgeschichten macht, seine Präzision und seine fast schon sezierende Beobachtungs- und Erzählgabe, nutzt er hier ebenfalls, um die Atmosphäre dieses Falls greifbar zu machen. So muss er nicht viele Worte verlieren, um vor dem geistigen Auge des Lesers ein komplexes Bild der räumlichen und persönlichen Gegebenheiten zu schaffen. Dennoch hat dieses Prinzip bei mir persönlich hier nicht ganz so gut funktioniert, die von dem Autor geschaffenen Figuren boten zwar nicht zuletzt wegen ihrer Skurrilität genügend Raum für eine lebendige Vorstellung, doch fehlte mir das “Fleisch am Skelett”. Was in Kurzgeschichten funktioniert, ja sogar nötig ist, muss in einem knapp 190 Seiten starken Krimi nicht zwangsläufig so eng gesehen werden. So wirkte die Geschichte ein bisschen wie eine Aneinanderreihung von einzelnen Szenen und weniger wie ein rundes Ganzes.

Nichtsdestotrotz ist der Fall selbst sowie die handelnden Figuren und die Auflösung in sich schlüssig und glaubwürdig, so dass der dritte Fall Fitzmortons solide und kurzweilige Unterhaltung bietet und für alle, die ungern zu viele Worte verlieren und es mögen, direkt auf den Punkt zu kommen, zu empfehlen ist!

Aktuell: Und verführe uns nicht zum Bösen - Claus C. Fischer

fischerZur Leserunde mit Claus C. Fischer bei den Büchereulen!

2. Band der van Leeuwen-Reihe

Auf einem Amsterdamer Hausboot wird die grässlich zugerichtete Leiche eines jungen Inders gefunden. Die Ermittlungen führen Commissaris Bruno van Leeuwen in die farbenprächtige Welt indischer Einwanderer und zum Clan der Sharmas, der einen florierenden Gewürzhandel betreibt. Doch eine konkrete Spur ergibt sich nicht. Erst der gewaltsame Tod der schwangeren Lebensgefährtin des Mordopfers bringt die entscheidende Wendung …

Meine Rezension folgt in Kürze.