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Der letzte Bus nach Woodstock – Colin Dexter
Mich hat “Der letzte Bus nach Woodstock” gut unterhalten, vor allem weil man im Großen und Ganzen miträtseln kann und wenn man aufmerksam die Spuren und Ereignisse verfolgt, auch selbst der Auflösung näher kommen kann. Ein kauziger, aber liebenswerter Inspector, der allerdings dem Alkohol weit mehr zugetan ist, als es ihm auf Dauer gut tun dürfte und sein vorschriftstreuer Sergeant – ein Gespann, von dem ich gerne noch mehr lese!
Note: 2

Aktuell: Der letzte Bus nach Woodstock – Colin Dexter

Woodstock

1. Band der Inspector Morse-Reihe

Chief Inspector Morse und Sergeant Lewis sind ein ungewöhnliches Team, aber der Fall erweist sich auch als sehr kompliziert. Im Hinterhof einer Kneipe wurde die Leiche einer jungen Frau gefunden. Jemand hatte sie auf brutale Weise umgebracht. Die Hinweise und Spuren bleiben spärlich. Der eigenwillige Chief Inspector entwickelt eine brillante Theorie nach der anderen, und wie so oft ist Sergeant Lewis anderer Meinung, doch die Wahrheit übersteigt am Ende die wildesten Phantasien der beiden.

Rezension: Der vierte Mörder – Thomas Kastura

kasturaKöln im Advent: Kryptische Drohbriefe, die einen verheerenden Brandanschlag ankündigen, rätselhafte Morde an den Mitgliedern einer Band und ein ungleiches Ermittlerduo mit Hang zu nächtlichen philosophischen Gesprächen…

Thomas Kastura hat mit “Der vierte Mörder” einen tiefgründigen, spannenden und originellen Krimi vorgelegt, der vor allem durch seine Komplexität und die verschiedenen zunächst parallelen und dann immer mehr ineinandergreifenden Handlungsstränge besticht. Kapitel für Kapitel enthüllt sich dem Leser immer etwas früher als dem sympathischen Ermittlerduo eine weiteres Stück des Gesamtbildes, das in sich schlüssig ist und zum Miträtseln und Mitfiebern einlädt. Trotz der vielschichtigen Story gelingt es dem Autor, zahlreiche weitere Nebenaspekte (z.B. die Angst vor Terroranschlägen oder die Funktionsweise des Polizeiapparates) in die Geschichte einzubinden, so dass sie wie ein Rundes Ganzes wirkt und eine entsprechend stimmige Atmosphäre erzeugt, ohne überladen zu wirken. Einen kleinen Abzug gibt es allerdings für die Auflösung, die in einigen Aspekten etwas dürftig erscheint, vor allem das Motiv des Täters wurde mir nicht recht klar, was den positiven Gesamteindruck etwas schmälerte. Hier hätte sich Kastura etwas mehr Zeit nehmen können, deutlicher zu werden – entweder in seiner Auflösung oder in der Absicht, eben nicht deutlicher werden zu wollen. Nichtsdestotrotz kann ich diesen Krimi bedenkenlos weiterempfehlen, denn er bietet spannende Unterhaltung mit Tiefgang, aktuelle politische Bezügen, einen verzwickten Fall und interessanten Figuren, denen der Leser immer nur einen Schritt voraus ist!

2x Futter für’s Krimiregal

schneeblüte

Schneeblüte von Nancy Pickard

Als sie das Mädchen im Schnee fanden, war sie tot. Niemand wusste, wer sie war. Ein Körper ohne Namen und Gesicht. In derselben Nacht wollten Abby und Mitch zum ersten Mal miteinander schlafen. Doch dann verschwand Mitch. Abby wartete vergebens auf ihn. Jetzt ist er zurück. 17 Jahre später. Drei Tage nach der Beerdigung seiner Mutter. Auf der Suche nach der Wahrheit?

schlafwandler

 

Die Schlafwandler von Jens Lossau

Bei der Suche nach den Mördern ihres Freundes stößt eine junge Frau auf eine Clique alter Kameraden, die vor allem eines verbindet: Keiner darf erfahren, wie sie die Zeit unter dem Hakenkreuz überlebten. Und wer dafür sterben musste…

Hierzu gibt es am 01.07.08 eine Leserunde mit Autor bei den Büchereulen!

Rezension: Die Händlerin – José Frèches

Händlerin

Man schreibt das siebte Jahrhundert nach Christus. Die adeligen Damen Europas verzehren sich nach einem sagenumwobenen Stoff, wertvoller als Gold oder Jade, für dessen schillerndes Gewebe in Asien sogar Prinzessinnen verkauft werden – die Seide. Doch die chinesischen Tuchmacher hüten das Geheimnis der Herstellung wie ihren Augapfel. So machen sich Händler aus aller Herren Länder auf den Weg in den Orient, um an das begehrte Tuch zu kommen. Die berühmteste Handelsroute der Welt entsteht – die Seidenstraße. Auf ihr entspinnt sich eine Geschichte voller Abenteuer, Machtgier, Intrigen, Hass, Mut, Liebe und Leidenschaft … Die hinreißende Konkubine Wu Zhao will um jeden Preis Kaiserin werden. Nachdem der Herrscher ihren verführerischen Reizen erlegen ist, wendet sie sich dem Handel mit dem begehrtesten Stoff ihrer Zeit zu – der Seide.

Die Seidenstraße – wichtigste Verbindung und bedeutendste Handelroute zwischen Ost und West, wenn es um den kostbarsten aller Stoffe, die Seide, geht. Hier kreuzen sich die Wege und Schicksale einiger Menschen, die auf unterschiedliche Weise, mal direkt, mal indirekt mit der Seide zu tun haben. Jeder von ihnen hat ein anderes Anliegen, das ihn auf die Reise gebracht hat und schon bald zeigt sich, dass sie trotz ihrer unterschiedlichen Missionen und Persönlichkeiten vielleicht mehr miteinander zu tun haben als sie ahnen.

“Die Händlerin” ist der erste Band der Seidenstraßen-Trilogie und darüber sollte man sich schon bei Beginn des Romans bewusst sein, denn es handelt sich hier keineswegs um einen abgeschlossenen Roman, bei dem nur wenige Fragen offen bleiben, sondern vielmehr um den 540 Seiten starken Anfang einer komplexen Geschichte, die sich – ohne die Folgebände zu kennen – wohl erst in den folgenden beiden Bänden auflöst. In diesem Teil werden die Personen sowie die politischen und religiösen Gegebenheiten im 7. Jahrhundert nach Christus vorgestellt und erläutert, wobei dem Leser einige Konzentration und Geduld abgefordert wird: Trotz des Namensverzeichnisses ist es für einen europäischen Leser nicht ganz einfach,sich die ungewöhnlichen Namen (Beispiel: Dolch der ewigen Wahrheit oder Fünffache Gewissheit) zu merken. Zwar werden sie alle im Laufe der Geschichte erklärt, doch braucht es einiger Gewöhnung, insbesondere weil die Handlung stetig zwischen den verschiedenen Personen springt. Anders als es der Klappentext vermuten lässt, spielt die Konkubine Wu Zhao hier nicht die Hauptrolle, sondern nimmt neben vielen anderen Personen einen gleich großen Raum ein. Von dem Titel “Die Händlerin” sollte man sich auch nicht irreführen lassen, in dem ganzen Buch kommt keine Händlerin vor, die die Titelgebung rechtfertigt. Dennoch hat es mir Spaß gemacht, die einzelnen Missionen und Motive der Reisenden zu verfolgen, auch wenn es manchmal länger gedauert hat, sie zu “sortieren”.

Wer Interesse an asiatischer Geschichte, insbesondere der Entstehungsgeschichte des Buddhismus und seiner verschiedenen Strömungen hat, mit ständigen Szenenwechseln gut umgehen und getrost auf die Fortsetzung warten kann, um zu erfahren, wie sich die einzelnen Handlungsstränge auflösen, für den ist dieser historische Roman ein echtes Lesevergnügen. Doch auch wenn man sich einmal hineingefunden hat in den Stil und die ziemlich blumigen Beschreibungen der erotischen Szenen, an denen nicht gespart wurde, die in ihrer Anzahl aber noch im maßvollen Rahmen bleiben, findet man in “Die Händlerin” eine intessante und unterhaltende Geschichte, die es trotz allen genannten Kritikpunkten geschafft hat, meine Neugier auf die Fortsetzung zu wecken.

Rezension: Nicht frei von Sünde – Benjamin Black

NichtfreivonSünde

Gerriet Quirke arbeitet als Pathologe im Dubliner Holy Family Hospital. Eines Nachts überrascht Quirke seinen Schwager Malachy, den überaus angesehenen Leiter der Gynäkologie gebeugt über die Akte von Christine Falls. Das Erscheinen des seltenen Gastes erweckt Quirkes Argwohn und seine Neugier. Schnell findet er heraus, dass die junge Frau nicht, wie auf dem Totenschein vermerkt, an einer Lungenembolie gestorben ist. Ihr Tod wirft Fragen auf. Die Suche nach Antworten führt Quirke in die Welt der Lebenden, wo sich die Abgründe seiner eigenen Familie vor ihm auftun…

Es ist ein ungewöhnlicher Kriminalroman, den John Banville alias Benjamin Black hier vorlegt. Ungewöhnlich hinsichtlich der Handlungszeit (50er Jahre in Irland), aber vor allem ungewöhnlich hinsichtlich seiner Hauptfigur. Der in sich gekehrte Pathologe Quirke, einst Waisenkind und im Hause einer mächtigen Familie aufgewachsen, der seit dem Tod seiner Frau mehr trinkt als ihm selbst gut tut, ist eine höchst interessante Figur, mit der man mitleiden und mitfühlen kann, die aber Ecken und Kanten hat, an denen man sich auch durchaus reiben kann. Diese Figur wird zufällig Zeuge einer Aktenmanipulation, was natürlich ihr Interesse weckt. Und mit Quirke wird auch der Leser immer stärker hineingezogen in den Strudel von Macht, der sich hinter den Kulissen wie ein Oktopus mit seinen Tentakeln ausbreitet und weitere Kreise zieht als zunächst angenommen. Bemerkenswert an diesem Krimi ist die überaus dichte und packende Atmosphäre, die Black aus dem Gefühl der Menschen wenige Jahre nach dem 2. Weltkrieg, als Männer von dem neuen Porsche Spyder 550 träumen und die ersten Wäschetrockner Einzug in die Häuser halten, wieder zum Leben erweckt. Dass hinter diesen modernen Erfindungen und der (scheinbar) neuen Ära ebenso menschliche Abgründe lauern, wird Stück für Stück enthüllt. Ein faszinierender, aber eher stiller Krimi, der sein Grauen durch das Unausgesprochene oder Angedeutete zieht und dafür so gut wie ohne Blut auskommt. Ich hoffe sehr, dass Banville sich zu einer Fortsetzung entschließt, denn seine Figuren haben großes Potenzial und sein Stil hat mir wirklich sehr gefallen!

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Anna Karenina – Leo Tolstoi
Eine große Geschichte mit vielen verschiedenen Facetten, auf die jeder Leser je nach persönlichem Geschmack und Interesse sein Augenmerk richten kann, ohne dass der Gesamteindruck verloren geht. Toll!
Note: 1