Rezension: Die Eleganz des Igels – Muriel Barbery

EleganzdesIgelsMuriel Barberys Roman über eine kleine, hässliche, aber ungemein gebildete Concierge in Paris und eine altkluge Tochter reicher Eltern. Hinreißend komisch und zuweilen bitterböse erzählen die beiden sehr sympathischen Figuren von ihrem Leben, ihren Nachbarn im Stadtpalais, von Musik und Mangas, von Gott und der Welt.

“Die Eleganz des Igels” ist eine anspruchsvolle Geschichte voller Philosophie, Poesie und Weisheiten, die sowohl von der 54-jährigen Concierge Renée als auch von der 12-jährigen Paloma stammen. Beide sind hochintelligent und haben sich mit ihrer dekadenten Umgebung abgefunden, wenn auch aus unterschiedlichen Positionen heraus. Ihren Gedanken zu folgen fordert von dem Leser Aufmerksamkeit und Konzentration ab, insbesondere auf den ersten 100 Seiten muss man sich erst in den Stil hineinfinden. Wenn man sich jedoch darauf einlässt, erlebt man eine tiefgründige Geschichte zweier Außenseiter, die mit Charme, Witz und einem gewissen Grad Abgeklärtheit durch ihr Leben marschieren. Es gibt einige zauberhafte Momente in diesem Buch, auch wenn ich mich persönlich manchmal des Eindrucks nicht erwehren konnte, dass gerade bei den philosophischen Szenen weniger mehr gewesen wäre. Ein bisschen erinnern sie mich an französische Filme, mit denen ich zugegebenermaßen auch des öfteren meine Schwierigkeiten hatte. Dennoch kann ich “Die Eleganz des Igels” ohne Bedenken all denen empfehlen, die sich gerne mit den Fragen des Lebens auseinandersetzen, dabei aber nicht auf den Humor des Alltags verzichten wollen.

Rezension: Die Eleganz des Igels – Muriel Barbery wurde unter den folgenden Tags abgelegt:

Kommentar abgeben: