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Aktuell: Von Ratlosen und Löwenherzen – Rebecca Gablé

Gable RatlosenLöwenherzen

Schluss mit dem Mythos über die düstere Zeit willkürlicher Kriege, blutrünstiger Hexenverfolgungen und hygienischer Katastrophen – her mit dem Mittelalter, wie es auch war. In ihrem ersten Sachbuch erzählt uns die Bestsellerautorin Rebecca Gablé die Geschichte des englischen Mittelalters neu: kompetent und informativ, herrlich farbenprächtig und mitreißend wie ein Roman – und immer mit einem Schmunzeln. Lesen Sie, wie die Wikinger in Ermangelung anderer Hobbys England eroberten – unabsichtlich unterstützt vom englischen König Æthelred, dessen Ruf seitdem ruiniert ist. Erleben Sie mit, wie Jahrhunderte später Eleanor von Aquitanien die Bühne betritt, eine der unterhaltsamsten und wunderbarsten Skandalnudeln, die je auf Englands Thron gesessen haben. Und erfahren Sie, warum Thomas Becket, Sohn eines Einwanderers, der es zum steinreichen Immobilienspekulanten gebracht hatte, unter der erlesenen Garderobe stets ein Gewand aus kratzigem Ziegenhaar trug.

Meine Rezension folgt in Kürze.

Rezension: Weißer Schatten – Deon Meyer

WeißerSchattenIn den Fernsehnachrichten glaubt Emma le Roux, ihren vor zwanzig Jahren verschwundenen Bruder zu sehen. Im Kruger-Nationalpark soll er vier Wilderer getötet haben. Emma macht sich auf die Suche – an ihrer Seite nur Lemmer, ein schweigsamer Bodyguard, der bald den ersten Anschlag auf sie abwehren muss. Doch wer steckt dahinter? Korrupte Polizisten? Ökoterroristen oder gar der Geheimdienst? Emma und Lemmer erkennen, dass sie einer Verschwörung auf der Spur sind, die tief in die Vergangenheit ihres zerrissenen Landes führt.

Schauplatz dieses Thrillers ist die Gegenwart und Vergangenheit von Südafrika, Hauptfigur der Ex-Häftling und jetzige Bodyguard Lemmer, der wegen Totschlag im Gefängnis gesessen hat und aus finanziellen Gründen den Auftrag von Emma le Roux annimmt. Er glaubt ihr nicht und doch begleitet er sie bei ihren Nachforschungen quer durch das Land. Erst als auch ihm bewusst wird, dass jemand mit allen Mitteln versucht, Emmas Nachforschungen zu behindern, fängt er an, seine Zweifel zu begraben. Doch da ist es vielleicht schon zu spät…

Weißer Schatten – das ist Lemmer und ein origineller, solider Thriller aus dem dunklen Kontinent, der vor allem von der angenehmen Sprache Meyers und seiner Fähigkeit, durch Situationsbeschreibungen Spannung zu erzeugen, profitiert. Erzählt aus der Sicht des undurchsichtigen Bodyguards nimmt der Leser an dessen Gedanken und Gefühlen teil und wird so zum heimlichen Begleiter auf einer Odyssee, deren Ende ebenso schlüssig wie überraschend ist. Im Laufe der Geschichte verdichten sich die zuerst fremden Figuren, gewinnen an Komplexität und Form und enthüllen sich und dem Leser ihre eigene Geschichte, die sie zu dem gemacht hat, was sie sind. Dies gilt insbesondere für die beiden Hauptfiguren Lemmer und Emma, während die übrigen Figuren mehr Statisten sind. Wenn die Story immer mehr an Fahrt aufnimmt, verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart und man fiebert dem großen Show-Down entgegen, der trotz seiner Geradlinigkeit noch einige kleine Überraschungen bereithält.

Rezension: Becks letzter Sommer – Benedict Wells

BecksletzterSommer

Ein liebeskranker Lehrer, ein ausgeflippter Deutschafrikaner und ein musikalisches Wunderkind aus Litauen auf dem Trip ihres Lebens, von München durch Osteuropa nach Istanbul. Unter den Fittichen eines alternden Rockstars und seiner unsterblichen Songs. Ein Roman über die Musik, die Liebe und das Leben – schräg, witzig, weise und berührend. Das Debüt eines dreiundzwanzigjährigen Autors.

Beck war mal ausgeflippt und wollte unbedingt Rockstar werden. Dann wurde er Lehrer und lebte ein monotones Leben, bis er durch Zufall den begabten Rauli kennenlernt und glaubt, mit ihm eine zweite Chance zu haben. Wells Debütroman lebt von den wunderbaren Figuren und der authentischen Sprache, so dass an keiner Stelle Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Geschichte aufkommen, die durchaus mit einigen skurrilen Szenen aufwarten kann. “Becks letzter Sommer” ist ein Roadmovie, eine Liebesgeschichte, eine schräge Komödie und ein Drama – wunderbar kombiniert zu einer runden Geschichte, die allerlei Überraschungen, viel Tiefgründiges, einiges Seichtes und vor allem viele Emotionen bereit hält. Trotz der Vielzahl der Themen, die Wells in seinem Erstlingswerk (Respekt!) verarbeitet oder zumindest andeutet, erscheint es nie zuviel, sondern genau richtig. Und wenn der Leser im Laufe der Zeit erkennt, wer die Passagen “Beck und ich” im Buch schreibt, dann erhält der Roman nochmal eine neue Dimension. Eine Geschichte, die berührt, unterhält und zum Nachdenken anregt, ohne aufdringlich zu sein – von einem Autor, den man im Auge behalten sollte!

Aktuell: Säulen der Ewigkeit – Tanja Kinkel

SäulenderEwigkeit+In der Leserunde mit Autorin bei den Büchereulen:

Als die junge Engländerin Sarah Belzoni im Jahre 1815 nach Ägypten kommt, ahnt sie nicht, welche Abenteuer an den Ufern des Nils auf sie warten. Während ihr Mann Giovanni zum erfolgreichsten Jäger verlorener Schätze wird, beginnt Sarah, das Land auf ihre eigene Art zu entdecken. Dabei kreuzen ihre Wege immer wieder die des französischen Konsuls, eines ebenso charmanten wie undurchschaubaren Mannes – und des größten Konkurrenten ihres Gemahls um das kostbare Erbe der Pharaonen…

Meine Rezension folgt in Kürze.

Rezension: Letzte Reise – Anna Enquist

LetzteReiseLondon 1775: Elizabeth Cook wartet in ihrem Haus auf die Heimkehr ihres Mannes James, der eben seine zweite große Weltreise beendet hat. Obwohl sie immer regen Anteil genommen hat an seinen Entdeckungen und wissenschaftlichen Forschungen, hofft sie, dass er nun endlich bei ihr und den Kindern bleibt und seinen wohlverdienten Ruhm genießt. Immerhin hat er es vom Bauernsohn bis zum Admiral der englischen Flotte gebracht und gehört zur gesellschaftlichen Elite des Landes. Trotz der Aussicht auf ein beschauliches gemeinsames Leben nagen auch Zweifel an Elizabeth: Wie wird es James ohne seine geliebte Seefahrt ergehen, und vor allem, wie wird sie, die sechs Kinder mehr oder weniger allein geboren und aufgezogen und selbständig gelebt hat, mit ihrer neuen Rolle fertig werden – als Frau eines ehrgeizigen, befehlsgewohnten Kapitäns an Land? Doch es kommt anders. Cook bricht das Versprechen, das er ihr gegeben hat, und lässt sich zu einer dritten Reise überreden, von der er nicht zurückkehren wird. Wie Elizabeth damit umgeht, wie sie trotz Widerstands der Admiralität die unklaren Umstände seines Todes aufdeckt und wie sie die schweren Schicksalsschläge meistert, die das Leben ihr auferlegt – sie überlebt alle ihre Kinder -, das erzählt Anna Enquist spannend und eindringlich, facettenreich und bewegend.

Mit dem großen Entdecker James Cook assoziiert man unwillkürlich Exotik, Abenteuer und die Seefahrt. Genug Themen für unzählige Bücher jedes Genres. Doch wie erlebte seine Familie, konkret seine Frau das Leben an der Seite des berühmten Entdeckers? Noch nie habe ich mir darüber Gedanken gemacht, doch Anna Enquist hat genau dies in ihrem Roman “Letzte Reise” in den Mittelpunkt ihrer Geschichte gestellt. Wenn James Cook das Sinnbild für Lebensfreude und Abenteuer ist, so ist Elizabeth Cook das genaue Gegenteil: Ihr Leben besteht aus Ängsten, Einsamkeit, der Sorge um ihren Mann, den sie jahrelang nicht sieht und um ihre Kinder, die sie alleine auf- und erziehen muss. Sie ist eine junge Frau, als sie Cook kennenlernt – und fasziniert von ihm. Doch trotz der Liebe kommen sie sich nie wirklich nah. Ruhm und Ehre für James und Trauer und Schatten für seine Frau. Es ist eine hoffnungslose und einsame Geschichte, und wohl kaum eine andere Frau hätte diese Situation so gemeistert wie Elizabeth, vor der ich durch dieses Buch großen Respekt habe. Wer sich auf die “Letzte Reise” begibt, sollte wissen, dass der Stil dem Inhalt angepasst ist, er wirkt spröde, kühl, distanziert. Nicht jedermanns Geschmack und auch ich musste mich erst daran gewöhnen. Dann liest es sich aber wie von selbst und am Ende bleibt das Wissen um eine starke Frau, die mit Widrigkeiten zu kämpfen hatte, die für zwei Leben gereicht hätten und deren Schicksal im Schatten des Ruhms ihres Mannes kaum jemand kennt.

2 neue Rezensionen

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Die Insel der blauen Delphine – Scott O’Dell
Auf der Insel der blauen Delphine gibt es alle Emotionen, von Angst über Zorn und Trauer bis zur Freude und einem tiefen Glücksgefühl. Eine Reise, die ich immer wieder gerne mache, da mir Karana und ihre Freunde ans Herz gewachsen sind!
Note: 1

Wilde Schwäne – Jung Chang
Es ist ganz sicher nicht zur einfachen Unterhaltung geeignet, denn es fordert den Leser zum Nachdenken auf und zum Begreifen. Umso wichtiger ist es, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was dort tatsächlich geschehen ist und wie die Menschen ihr Leben auch unter den widrigsten politischen Umständen meistern mussten und immer wieder auf Freunde treffen, die ihnen Momente des Glücks und der Hoffnung bescheren – denn das steht in keinem Geschichtsbuch. Trotz aller Sachlichkeit ist es dennoch ein spannendes Buch, denn die Autorin versteht es, den Leser in ihren Bann zu ziehen und dabei geschickt politische und persönliche Ereignisse zu verweben.
Note: 1

Aktuell: Letzte Reise – Anna Enquist

LetzteReiseLondon 1775: Elizabeth Cook wartet in ihrem Haus auf die Heimkehr ihres Mannes James, der eben seine zweite große Weltreise beendet hat. Obwohl sie immer regen Anteil genommen hat an seinen Entdeckungen und wissenschaftlichen Forschungen, hofft sie, dass er nun endlich bei ihr und den Kindern bleibt und seinen wohlverdienten Ruhm genießt. Immerhin hat er es vom Bauernsohn bis zum Admiral der englischen Flotte gebracht und gehört zur gesellschaftlichen Elite des Landes. Trotz der Aussicht auf ein beschauliches gemeinsames Leben nagen auch Zweifel an Elizabeth: Wie wird es James ohne seine geliebte Seefahrt ergehen, und vor allem, wie wird sie, die sechs Kinder mehr oder weniger allein geboren und aufgezogen und selbständig gelebt hat, mit ihrer neuen Rolle fertig werden – als Frau eines ehrgeizigen, befehlsgewohnten Kapitäns an Land? Doch es kommt anders. Cook bricht das Versprechen, das er ihr gegeben hat, und lässt sich zu einer dritten Reise überreden, von der er nicht zurückkehren wird. Wie Elizabeth damit umgeht, wie sie trotz Widerstands der Admiralität die unklaren Umstände seines Todes aufdeckt und wie sie die schweren Schicksalsschläge meistert, die das Leben ihr auferlegt – sie überlebt alle ihre Kinder -, das erzählt Anna Enquist spannend und eindringlich, facettenreich und bewegend.