Du befindest dich im Archiv: Juni, 2009

2 neue Rezensionen

Für die vollständige Rezension und weitere Infos einfach auf den Titel klicken!

In Tante Julies Haus – James Krüss [Kinder/Jugend]
[…] Ganz im Sinne des Urgroßvaters beginnen die Sieben nun tatsächlich das Alphabet abzuklopfen, beschäftigen sich beispielweise mit dem hellen, strahlenden A, dem exotischen C, dem luftig-flinken F bis hin zum launischen L. Für den Leser bedeutet das: viele tolle, lustige, nachdenkliche, spannende Reime, Gedichte und Geschichten, die Groß und Klein richtig Spaß machen und zudem dazu anregen, sich mal selbst ein bisschen mit unserem Alphabet auseinanderzusetzen. Ein Krüss’sches Lesevergnügen, das mit “Sturm um Tante Julies Haus” fortgesetzt wird!
Bewertung: 9/10 Punkte

Die Affäre Calas – Helene Luise Köppel [Krimi/Thriller]
[…] hat Helene Luise Köppel einen rundum spannenden und glaubwürdigen Geheimbundthriller vorgelegt, der durch seine authentischen Figuren und dem gekonnten Mix aus Fiktion und Historie überzeugt. […] Spannende Lesestunden, angestachelte Neugier und wachsende Abenteuer- und Reiselust sind die Folgen dieses Lesevergnügens. Ein großes Extra-Lob für die unglaublich passenden Voltaire-Zitate, die jedem Kapital voranstehen, für den umfangreichen Anhang, in dem viele Zusatzinformationen zu finden sind, für einige offen gebliebenen Fragen und für das konsequente, wenn auch überraschende Ende!
Bewertung: 9/10 Punkte

Rezension: Rattentanz – Michael Tietz

rattentanzGenre: Krimi/Thriller

An einem ganz normalen Frühlingsmorgen beginnt der globale Albtraum: Das weltweite Stromnetz bricht von einer Sekunde auf die andere zusammen. Sämtliche Kommunikationssysteme kollabieren, urplötzlich stürzen Flugzeuge vom Himmel, innerhalb von Stunden regieren Chaos, Gewalt und Anarchie. Es geht um das nackte Überleben in einer bis dahin unbekannten Welt – aber nur die wenigsten scheinen dieser Herausforderung gewachsen. Gibt es Hoffnung für die Menschheit oder werden am Ende nur die Ratten triumphieren?

Ein Endzeithriller aus deutscher Feder? Zugegeben, zunächst war ich skeptisch. Doch schon bald wurde die anfängliche Skepsis von Spannung, Begeisterung und einem wahren Lesesog abgelöst. Denn Michael Tietz gelingt es in seinem Debütroman (!) von der ersten Seite an seine Leser mit diesem fiktiven Albtraum zu fesseln, der – vielleicht gegen alle Wahrscheinlichkeit, aber – rein theoretisch doch in irgendeiner Form so geschehen könnte. Von einer Sekunde auf die andere wird buchstäblich nicht nur das Licht ausgeknipst und das überall auf der Welt und für lange Zeit. Sich die Folgen dieses Blackouts in einem kleinen Gedankenspiel auszumalen ist eine Sache, sie aber mit den Figuren des Romans zu erleben, eine andere.
Der große Knall lässt nicht lange auf sich warten und schon nach wenigen Seiten hat sich das Leben der Menschen und auf der Welt verändert, ab dann begleiten wir die Bewohner des kleinen Dörfchens Wellendingen im Schwarzwald (das es im übrigen tatsächlich gibt!) in ihrem täglichem Kampf ums Überleben. Doch die Schauplätze wechseln immer wieder und – eine der größten Stärken des Buchs – zeigen ausschnittartige Einblicke in das Leben völlig fremder und scheinbar willkürlich herausgepickter Personen, die alle eine eigene Geschichte haben. Selbst die Figuren, die in einer Verfilmung nur als Statisten eingesetzt werden würden, erhalten hier ein Gesicht und eine Persönlichkeit. Doch auch die Hauptfiguren des Buches sind sorgfältig ausgearbeitet und folgen – wie der Autor im Nachwort berichtet – ihrem eigenen Willen. Mit viel Liebe zum Detail und zu seinen Figuren wird der Leser Teil ihrer Entwicklung, leidet, trauert, fürchtet sich mit ihnen ebenso wie er mit ihnen wächst und Verantwortung übernimmt. Diese Entwicklung und die Tatsache, dass die Figuren mit wenigen Ausnahmen in ihrem Handeln nicht schwarz oder weiß, sondern komplex und vielschichtig sind, hält den Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite.
Mit angehaltenem Atem auf der letzten Seite angelangt bleibt die Gewissheit, diesen Thriller so schnell nicht zu vergessen und ein klitzekleines Gefühl des Unbehagens, ob nicht vielleicht doch irgendwann… Und was dann….

Bewertung: 10/10 Punkte

2 neue Rezensionen

Für die vollständige Rezension und weitere Infos einfach auf den Titel klicken!

Zwei Fremde im Zug – Patricia Highsmith [Krimi/Thriller]
[…] Ein subtiler Psychothriller, der seinen Gänsehautfaktor aus den Beschreibungen der menschlichen Psyche und ihrer Abgründe zieht und auch noch fast 60 Jahre nach der Erstveröffentlichung nichts von seinem Reiz verloren hat – deshalb zu Recht ein Klassiker des Genres!
Bewertung: 9/10 Punkte

Die Kinder unseres Viertels – Nagib Machfus [Zeitgenössisches]
[…] Es ist kein klassischer Roman, erinnert vielmehr – und angesichts des Inhalt wohl nicht zufällig – an Geschichten aus der Bibel, dennoch fesselt er den Leser auf eine merkwürdige Art und Weise, die weniger aus den Handlungen und Personen selbst, sondern mehr aus den zahlreiche Parallelen, aber auch großen Unterschiede zur Religionsgeschichte hervorgeht. Letzten Endes dreht sich alles um die Frage, wie Menschen friedlich miteinander leben können und vor allem, wie dieser Zustand beibehalten werden kann. Diese Frage beantwortet auch Machfus nicht, aber er zeigt Beispiele auf, wie es möglich wäre und was dem entgegensteht. […]
Bewertung: 8/10 Punkte