18. August 2006. In Kategorie Lesetagebuch abgelegt. 0 Kommentare
[Suhrkamp-Ausgabe 1996, S. 346-393]
Hm. Ich überspringe mal den Anfang dieses Kapitels, weil ich mit diesen Zwei(!)wort-Sätzen in dieser Masse einfach nichts anfangen kann. Auch der Rest des Kapitels ließ mehr Fragen offen, als es beantwortete. Ein Auszug:
S. 350-352: Alle lästern über Bloom, aber was ist denn an diesem Abend in den Ancient Concert Rooms genau passiert??? Und ist das der gleiche Abend, von dem auch auf S. 362/363 die Rede ist? Und bekommt Bloom davon gar nichts mit? Und bekommen die anderen nicht mit, dass Bloom im Nebenzimmer sitzt? Oder ist es ihnen schlicht egal?
S 356: Alle sind gespannt auf vier Uhr. Was war denn um vier?
S. 371 f: Wer ist Lionel?
S. 371/372: Sinniert Bloom hier über Martha oder Marion? Er scheint es zu vermischen, oder?
Die übrigen 20 Seiten waren nicht einfacher oder verständlicher…. Die das ganze Kapitel durchziehenden verstümmelten Wörter, bei denen die letzte(n) Silbe(n) fehl(t)en, empfand ich irgendwann nur noch als kindisch und so war ich wirklich froh, als es aus Konzertsaal hinaus ging…
17. August 2006. In Kategorie Lesetagebuch abgelegt. 0 Kommentare
[Suhrkamp-Ausgabe 1996, S. 297-345]
Aaaah - ausgerechnet das Kapitel mit dem Titel “Irrfelsen” hat mir bisher mit Abstand am besten gefallen.
Der Leser begleitet verschiedene bekannte und unbekannte Figuren auf ihrem Weg durch oder in Dublin, verfolgt ihre Handlungen, Gespräche und Gedanken.
Diese Momentaufnahme von einem Kaleidoskop aus Dubliner Einwohnern, was sie alle zu einer bestimmten Uhrzeit tun, wie sich Wege kreuzen oder auch nicht, Handlungen überschneiden, Blickwinkel ändern, toll! Das große Dublin wird zum Mikrokosmos unter der Lupe!
16. August 2006. In Kategorie Lesetagebuch abgelegt. 0 Kommentare
[Suhrkamp-Ausgabe 1996, S. 252-296]
Da diskutiert Stephen also mit einigen anderen darüber, inwiefern Shakespeares Werke autobiographisch sind und ob die ein oder andere Figur daraus (Hamlet) nicht den großen Meister selbst darstellen soll.
Interessanter Ansatz, nur leider kenne ich zu wenig Shakespeare-Stücke um da richtig folgen zu können. :-(
Wenig beruhigend, dass der unsympathische Buck Mulligan ein noch größerer Literaturbanause zu sein scheint, oder sagen wir mal vorsichtig, eher desinteressiert an tiefgreifenden Diskussionen.
15. August 2006. In Kategorie Lesetagebuch abgelegt. 0 Kommentare
[Suhrkamp-Ausgabe 1996, S. 204-251]
Hier ist es mir mehr als jemals zuvor aufgefallen, wie durchtränkt das Kapitel von dem Titel-Thema (in diesem Fall Lunch/Essen) ist. Unglaublich! Nahezu jeder Gedanke, völlig unabhängig davon, ob er sich direkt auf Essen bezieht oder nicht, findet früher oder später zu diesem Thema zurück und beleuchtet es so unbemerkt von allen möglichen und unmöglichen Seiten - hat mir gut gefallen!! (auch wenn die ein oder andere Szene etwas eklig war…)
12. August 2006. In Kategorie Lesetagebuch abgelegt. 0 Kommentare
[Suhrkamp-Ausgabe 1996, S. 159-203]
Also von diesem Kapitel hatte ich mir irgendwie mehr versprochen. Bisher hatte ich den Eindruck, dass Joyce in jedem Kapitel einen anderen Stil betont. Deshalb bin ich einfach davon ausgegangen, dass das Zeitungskapitel nicht nur großgedruckte Überschriften enthält, sondern auch zeitungsähnlich geschrieben wurde. Hm. War aber nicht so. Wenn man die Überschriften wegstreicht, erhält man einen (für Joyce *g*) ganz normalen Text. Nun gut.
Bei den Personen in diesem Kapitel habe ich den Überblick verloren, auch nachdem ich es noch einmal überflogen habe. Finde ich im Moment ein bisschen nervig, dass man selbst dann nicht alles zuordnen kann… :-(
Ok es gab einen kleinen Einblick in Blooms Arbeit(sleben), mehr konnte ich inhaltlich (noch?) nicht herausziehen.
10. August 2006. In Kategorie Lesetagebuch abgelegt. 0 Kommentare
[Suhrkamp-Ausgabe 1996, S. 118-158]
Aber dieser Abschnitt gefällt mir auch, Bloom überlegt wie es wäre, einen Sohn zu haben. Wobei mir immer noch nicht ganz klar ist, wieso Väter (zumindest in der Literatur) da scheinbar immer einen Unterschied machen. Ist es nicht das gleiche Gefühl, einen Sohn oder eine Tochter zu haben?
Außerdem erfährt man in diesem Kapitel, dass Blooms Vater Suizid begangen hat (durch Gift) und dass Bloom selbst beruflich Annoncen akquiriert. Laut John Henry Menton war Blooms Frau ja eine echte Granate früher und Bloom kann ihr nicht das Wasser reichen. Nach meinen bisherigen Eindrücken, kann sich Mentons Bewunderung allerdings ausschließlich auf die Schönheit von Molly beziehen, denn besonders angenehm finde ich sie nicht.
Die gemeinsame Fahrt zum Friedhof, die Beerdigung, hier konnte ich gut folgen und ich mochte Blooms Gedankengänge, vor allem ab S. 149 war es ein echter Lesegenuss. Ich glaube mittlerweile, das Geheimnis liegt wirklich in der Zeit, die man sich nimmt und auf die man sich einlassen muss. Na mal abwarten, ob es damit auch weiterhin funktioniert …
8. August 2006. In Kategorie Lesetagebuch abgelegt. 0 Kommentare
[Suhrkamp-Ausgabe 1996, S. 95-117]
Bloom ist wieder unterwegs in Dublin. Zunächst führt ihn sein Weg zur Post, wo ein Brief (seiner Geliebten) auf ihn wartet. Damit gerechnet hat er nicht “Bin zu weit gegangen letztesmal.” Noch vor dem Lesen trifft er auf M’Coy, der sich mit ihm unterhalten will, aber Bloom hört nur mit einem Ohr zu. Endlich kann er den Brief öffnen, Martha will wissen, welches Parfüm seine Frau benutzt. Sonst steht nichts besonderes drin, außer die dringende Bitte ihr doch zu schreiben. Blooms Weg führt ihn weiter in eine Kirche, wo er die Messe verfolgt und in die Drogerie, wo er diverse Sachen bestellt, um sie später abzuholen und findet Entspannung im Bad.
Womit ist er wohl zu weit gegangen? Schade, wäre interessant zu wissen…
Ich finde diesen Teil - vor allem den in der Kirche - sehr viel schöner und besser zu lesen als die Teile über/mit Stephen. Vielleicht weil mehr “passiert” (im Sinne von mehr Bewegung/Beobachtung) und die Gedanken der Figuren dabei leichter zu fassen sind für mich als Leser, hmm. Mir fällt es schwer zu erklären.
Ein seltsames Zeitgefühl dringt aus diesem Kapitel - irgendwo zwischen Echtzeit und Zeitlupe, eigentlich erlebt man ja nahezu alles in Echtzeit mit, aber weil das so ungewohnt ist, wirkt es wie Zeitlupe…